Mekong Delta

Ganz nah dran: Das Mekong Delta mit dem Rad erkunden

Die meisten Reisenden erkunden das Mekong Delta mit einer Bootstour zu den berühmten schwimmenden Märkten. Wer tiefer in das faszinierende Leben am Mekong eintauchen will, der muss sich auf das Fahrrad schwingen. Allerdings besser nicht ohne Guide, denn das Gewirre aus vielen kleinen Kanälen kann schnell zum Irrgarten werden.

Unser Guide Hien von Eco-Tour holte uns Punkt 14 Uhr an unserem Hotel in Can Tho ab, danach stiegen wir aufgrund des dichten Verkehrs erst einmal in ein Taxi. Unsere Räder warteten ein Stück außerhalb der Stadt auf uns. Danach ging es ziemlich schnell auf die Holzfähre und wir setzten an das andere Flussufer über.

Can Tho Mekong Rad
Vor dem Delta kommt die Holzfähre.

Hier liegt der Kreis Phong Dien, ein ländlicher Raum, der sich gerade im Umbruch befindet. Einst armer Vorort von Can Tho wird hier fleißig an einer modernen Infrastruktur gearbeitet. Entlang des Kanals zeigt sich aber noch das ursprüngliche Vietnam. Wir erhaschen spannende Einblicke in den Alltag der Menschen – ihr Leben, ihre Arbeit am und mit dem Wasser. Einfache Holz- und neue Steinhäuser stehen hier teilweise Seite an Seite. Sonst prägen Reisefelder, Gemüsegärten und Obstplantagen das Bild.

Reisefeld Mekong
Reisanbau ist und bleibt hier Handarbeit.

Die Orientierung haben wir längst völlig verloren. Und hier, irgendwo im Nirgendwo standen wir plötzlich vor einem beeindruckenden Ficus Microcarpa – auch unter dem Namen Chinesische Feige bekannt. Er ist gut sechs Meter hoch, über 150 Jahre alt und seine Wurzeln und Äste haben ein Geflecht gebildet, das angeblich unglaubliche 3.000 Quadratmeter des umliegenden Tempelgeländes bedeckt.

Gian Gua
Äste und Wurzeln so weit das Auge reicht.

Unser Guide Hien erklärt uns, dass hier eine Frau verehrt wird, die für ihre Barmherzigkeit und Menschenfreundlichkeit bekannt war. Die Betenden erhoffen sich dadurch Glück.

Gegen Ende unserer Tour stoppen wir an einem privaten Gartenrestaurant. Die Besitzerin bietet uns lächelnd an, uns eine Schlange und einen Frosch für den Nachmittagssnack auszusuchen. Wir lehnen dankend ab und stürzen uns stattdessen auf den herrlichen Fruchtteller. Jackfruit, Mango und Papaya – alles frisch gepflückt und unglaublich lecker.

Im Überblick
Eco-Tour
Ein kleines Unternehmen, das von Studenten betrieben wird. Es werden individuelle Touren angeboten – weit entfernt vom Massentourismus. Die Guides sprechen in der Regel gut Englisch und kennen sich in der Region sehr gut aus. Die Buchung erfolgt unkompliziert über Facebook.
Kosten: 23 US-Dollar pro Person
Dauer: 3 bis 4 Stunden

Trotz Mittagszeit und Hitze war die Radtour angenehm. Da ein Großteil der Strecke direkt am Kanal liegt, spenden die Bäume Schatten.

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