Can Tho Mekong Delta Cai Rang

Mekong Delta: Der schwimmende Markt von Cai Rang

Schwimmende Märkte, eine stimmungsvolle Landschaft, Obstplantagen und Reisfelder: das Mekong Delta wird nicht umsonst als fruchtbarer Irrgarten im Süden Vietnams bezeichnet. Der Mekong mündet hier in einem Netz von Flussarmen in das Südchinesische Meer und die Böden gelten als besonders nährstoffreich. Wir haben als Ausgangspunkt für unsere Entdeckungsreise die Stadt Can Tho gewählt, die im Herzen des Deltas liegt.

Can Tho selbst empfanden wir als wenig spektakulär. Sämtliche Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß ablaufen. Sie liegen allesamt am Flussufer. Hier locken der Alte Markt, der Ninh-Kieu-Park mit seiner Ho-Chi-Minh-Statue und die One-Pagode. Außerdem finden sich in den umliegenden Straßen zahlreiche Restaurants in allen Preisklassen.

Der Cai Rang Floating Market

Wie die meisten Besucher hatten wir vor allem ein Ziel: den schwimmenden Markt von Cai Rang. Dieser liegt gut acht Kilometer südwestlich von Can Tho. Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen den Morgendunst durchbrachen, trafen wir pünktlich um 5.30 Uhr unseren Guide Maggy von Eco-Tours in der Hotellobby. Gemeinsam gingen wir zum Pier, wo wir bereits von unserem kleinen Boot erwartet wurden. Belohnt wurden wir für das frühe Aufstehen mit einem herrlichen Sonnenaufgang.

Die Belohnung für das frühe Aufstehen: der Sonnenaufgang über dem Mekong-Delta
Belohnung für das frühe Aufstehen: Sonnenaufgang über dem Mekong Delta.

Nach etwa 30 Minuten erreichten wir den schwimmenden Markt von Cai Rang und dort herrschte bereits geschäftiges Treiben. Die Laderäume und Decks der bunten Holzboote sind bis zum Anschlag gefüllt: Auf dem Fluss werden Reis, Gemüse und Früchte gehandelt. Am Heck der Boote ragen Stangen in die Höhe, daran baumelt für alle weithin sichtbar die jeweilige Ware.

Handel auf dem Cai Rang Floating Market
Handel auf dem Cai Rang Floating Market.

So langsam begann unser Magen zu knurren und es wurde Zeit für ein typisches vietnamesisches Frühstück: eine Portion Pho frisch aus der schwimmenden Garküche. Die Suppe besteht aus Rindfleisch oder Huhn, Nudeln und einer reichhaltigen Gemüseeinlage. Sie wird halb gelöffelt, halb getrunken und macht definitiv für eine ganze Weile satt. Dazu einen starken Kaffee und zum Nachtisch frisches Obst.

Pho
Traditionelles vietnamesisches Frühstück: Pho

Nachdem wir das bunte Treiben eine Weile beobachtet hatten, machten wir uns auf den Rückweg nach Can Tho. Allerdings nicht auf dem direkten Weg, sondern durch unzählige kleine Kanäle. Hier erhielten wir spannende Einblicke in das Leben der Menschen im Mekong Delta und legten u.a. einen Zwischenstopp in einer Reisnudelfabrik ein. Wobei Fabrik hier wohl das falsche Wort ist: denn die Herstellung ist nach wie vor Handarbeit.

Reisnudelfabrik
Reisnudelfabrik

Nach gut vier Stunden kamen wir wieder am Pier in Can Tho an. Zu diesem Zeitpunkt brannte die Sonne schon ohne Erbarmen. Unbedingt Sonnencreme verwenden und einen Hut einpacken! Für morgens sollte man allerdings auch ein dünnes Jäckchen im Gepäck haben.

Hinweis In Can Tho scheint es eine regelrechte Bootstour-Mafia zu geben. Man wird überall auf der Straße angesprochen und fühlt sich teilweise sogar verfolgt. Als wir unsere Tour im Vorfeld online gebucht haben, wurden wir darum gebeten, den Anbieter auf Nachfrage nicht zu nennen. Wie wir später erfahren haben, nehmen viele Anbieter auch nur Besucher mit, die in einem Hotel untergebracht sind, das selbst Touren anbietet. Denn nur dann ist man kein Freiwild – vor anderen Hotels werden Wachen postiert, die Reisende abfangen und sie so lange verfolgen, bis sie die Bootstour beim „richtigen“ Anbieter buchen.

Im Überblick
Eco-Tour
Ein kleines Unternehmen, das von Studenten betrieben wird. Es werden individuelle Touren angeboten – weit entfernt vom Massentourismus. Die Guides sprechen in der Regel gut Englisch und kennen sich in der Region sehr gut aus. Die Buchung erfolgt unkompliziert über Facebook.
Kosten: 14 US-Dollar pro Person
Dauer: 3 bis 4 Stunden (je nach Fließgeschwindigkeit)

Es werden auch längere Touren angeboten, bei denen ein zweiter schwimmender Markt (Phong Dien) angesteuert wird. Für uns war die kürzere Tour völlig ausreichend – wir haben die Region um Phong Dien lieber vom Land aus mit dem Rad erkundet.

Übernachtung
Hau Giang Hotel
Schönes, zentral gelegenes Hotel mit großen, neuen Zimmern. Das Personal war sehr freundlich. Perfekter Ausgangspunkt für Mekong-Touren. Wirklich gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.