Portugal: Tipps für einen Roadtrip von Porto nach Lissabon

Portugal: Tipps für einen Roadtrip von Porto nach Lissabon

Portugal – das Land des ewigen Frühlings, der Seefahrer, des Fados und des Portweins. Und das perfekte Land, für einen unvergesslichen Roadtrip entlang der Küste. Begleitet uns 350 Kilometer von Porto nach Lissabon.

Zu entdecken gibt es eines der vielfältigsten Länder Europas. Euch erwarten wunderschöne Sandstrände, spektakuläre Surfspots, idyllische Fischerdörfer, kulturelle Highlights, atemberaubende Landschaften und belebte Weltstädte.

Unsere Reiseroute durch Portugal

Portugal ist nur einen Katzensprung (und einen Billigflug) von Deutschland entfernt und trotzdem tauchte das Land lange nicht auf meinem Reiseradar auf. Wie viele andere habe ich Portugal vor allem mit Lissabon und den Stränden der Algarve im Süden assoziiert. Völlig zu unrecht. Denn gerade der Norden und die Mitte des Landes bieten eine spannende Kombination aus Kultur, Natur, Sonne und Meer. Besonders empfehlenswert ist ein Roadtrip außerhalb der Hauptsaison, die etwa von Juli bis September reicht.

Unsere zweiwöchige Reise führte uns vom Norden des Landes bis in die portugiesische Hauptstadt:

Porto: Verfallener Charme

Porto gilt als die heimliche Hauptstadt Portugals und ist seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Für die Stadt ist das Fluch und Segen zugleich: gerade zur Promenade am Fluss hin wurde viel renoviert. Im historischen Stadtzentrum, der Ribeira, reihen sich wunderschöne, farbenfrohe Stadthäuser aneinander. Zumindest auf den ersten Blick – auf den zweiten verfallen nicht wenige der Gebäude: zu kostspielig sind die Anforderungen des Denkmalschutzes. Aber zum Teil ist es eben auch genau dieser morbide Charme, der Porto so besonders macht.

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Einen der besten Blicke auf Porto hat man vom Aussichtspunkt Serra do Pilar in Vila Nova de Gaia.

Das Stadtzentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden, die vielen steilen Hügel erfordern dabei allerdings sowohl festes Schuhwerk als auch eine gute Kondition. Belohnt wird man mit beeindruckenden Ein- und Aussichten. Sehenswürdigkeiten, die man auf keinen Fall verpassen sollte, sind die Kirche San Ildefonso sowie der Bahnhof São Bento. Beide sind für ihre traditionellen blauen Kacheln (Azulejos) berühmt. Weitere beliebte Anlaufpunkte sind die Sé Kathedrale, die Avenida dos Aliados, die Brücke Ponte Dom Luís I und die Buchhandlung Livraria Lello e Irmão. Weinliebhaber kommen in Vila Nova de Gaia (hier befinden sich mehrere Portwein-Keller) und im Douro Tal auf ihre Kosten. Hier werden zahlreiche Führungen und Verkostungen angeboten.

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Wer Zeit mitbringt, sollte unbedingt einen Tagesausflug ins Douro Tal einplanen.

Coimbra: Harry Potter lässt grüßen

Coimbra liegt rund 120 Kilometer südlich von Porto und ist vor allem für die 1290 gegründete Universidade de Coimbra bekannt. Die Universität befindet sich am höchsten Punkt der Stadt und kann entweder auf eigene Faust oder im Rahmen einer Führung erkundet werden. Zu den absoluten Highlights gehört dabei die Biblioteca Joanina. Sie ist ein Prachtstück barocker Architektur und gehört ohne Frage zu den schönsten Bibliotheken der Welt (leider sind im Innenraum keine Fotos erlaubt).

Und nein, im Coimbra leben nicht besonders viele Fans von Harry Potter – die schwarzen Umhänge sind die traditionelle Kleidung der dortigen Studenten. Oft wird vermutet, dass die Universität als Vorlage für das Zauberinternat Hogwarts diente. Untermauert wird diese Theorie durch den Umstand, dass Joanne K. Rowling Anfang der 90er Jahre für zwei Jahre im nahen Porto lebte.

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Die Universität Coimbra ist die älteste Universität Portugals. Heute studieren hier mehr als 20.000 Studenten aus aller Welt.

Hinunter ins Zentrum führen die steilen Treppen der Rua Quebra Costas („Rückenbrecher“). Die verwinkelten kleinen Gassen der Altstadt sind voll von Restaurants, Bars, Cafés und Geschäften.

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Die Gassen der Altstadt laden zum Bummeln und Verweilen ein.

Auf der Suche nach Ruhe und Entspannung bieten sich ein Besuch des Botanischen Gartens oder ein Spaziergang am Ufer des Mondegos an.

Nazaré: Wind und (Monster-)Wellen

Nazaré ist ein klassischer portugiesischer Urlaubsort am Atlantik: Im Sommer völlig überlaufen, kehrt in der Nebensaison der Charme des Fischerdorfes zurück. Wir haben hier einige entspannte Strandtage eingelegt und uns den Wind um die Nase wehen lassen. Dieser ist allgegenwärtig und hat dem Städtchen weltweite Bekanntheit als Surfspot verschafft. Denn im Herbst und Winter rollen sie an: die Monsterwellen. Mit ihren 30 Metern gilt die am Praia do Norte brechende Welle als die größte surfbare Welle der Welt.

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Gehört in Nazaré zur Standardausrüstung: der Windschutz.

Unsere Unterkunft haben wir uns übrigens bewusst etwas abseits gesucht. Der Ortsteil Sitio liegt auf einem Felsplateau und ist über die Bergbahn „Ascencor de Nazaré“ mit dem modernen Nazaré entlang der Strandpromenade verbunden. Von hier oben – genauer gesagt, vom Miradouro do Suberco – eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf die Bucht.

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Wir (und die Möwe) genießen den tollen Ausblick auf den Strand von Nazaré.

Lissabon: Weiße Stadt auf sieben Hügeln

Die letzte Station unserer Reise war die portugiesische Hauptstadt. An dieser Stelle alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, wäre ein hoffnungsloses Unterfangen – deshalb beschränke ich mich auf die Klassiker für Lissabon-Einsteiger: Längst kein Geheimtipp mehr ist die Fahrt mit der Tram 28. Sie fährt durch die Viertel Graca, Alfama, Baixa, Chiado und Sao Bento und endet vor der Estrella Basilika. Perfekt für einen ersten Eindruck der Stadt. Zum Shoppen bieten sich dabei übrigens vor allem die Viertel Baixa und Alfama an.

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Ein interessantes aber oft auch überfülltes Vergnügen: eine Fahrt mit der Tram 28.

Ebenfalls lohnenswert ist ein Abstecher nach Belém: Neben dem Torre de Belém und dem Mosteiro dos Jerónimos gehört hier ein Besuch der Pastelaria Fábrica dos Pastéis de Belém zum Pflichtprogramm. Wer kann schon Puddingrahmtörtchen widerstehen… 😉

Lissabon ist auf sieben Hügeln gebaut, dementsprechend bietet die Stadt zahlreiche Miradouros mit einem grandiosen Ausblick über die Dächer, den Tejo und die Ponte de 25 Abril. Meine beiden persönlichen Favoriten sind der Miradouro da Senhora do Monte und der Blick von der Statue Cristo Rei in Almada.

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Ein Ausflug über den Tejo nach Almada garantiert tolle Ausblicke.

Flug, Mietwagen und Unterkünfte in Portugal

Kommen wir zu den harten Zahlen: Welche Fixkosten für Flug, Mietwagen und Unterkünfte sind in den zwei Wochen Portugal angefallen?

Flüge nach und von Portugal

Wir haben uns für die Flugkombination

  • Frankfurt/Hahn -> Porto
  • Lissabon -> Frankfurt/Hahn

entschieden. Mit Ryanair hat uns das im Mai zusammen rund 200 Euro gekostet. Die Kombination ist von mehreren Flughäfen in Deutschland realisierbar – neben Ryanair z.B. auch mit easyJet und Eurowings.

Mietwagen: Was ist in Portugal zu beachten?

Unseren Mietwagen haben wir nach einem Preisvergleich über DERTOUR bei Europcar gebucht. Das hat den Vorteil, dass bereits alle Versicherungen inklusive sind. Wir haben für unseren Seat Ibiza für zehn Tage (in Lissabon ist kein Mietwagen notwendig) insgesamt 215 Euro bezahlt. Die Autobahnen in Portugal sind zum größten Teil zahlungspflichtig. Am einfachsten ist die Nutzung des elektronischen Mautsystems, bei dem ein Lesegerät im Auto notwendig ist. Dieses kann bei Autovermieter hinzugebucht werden. Die Gebühren werden dann direkt vom Bankkonto abgezogen.

Günstig übernachten in Portugal

Nach kurzer Recherche haben wir uns entschieden, unsere Unterkünfte komplett über Airbnb zu buchen. Hier finden sich zahlreiche attraktive und kostengünstige Angebote. So haben wir für 13 Übernachtungen unter dem Strich 386 Euro ausgegeben (für zwei Personen, inkl. aller Gebühren):

Porto: 3 Nächte 68 Euro
Coimbra: 2 Nächte 61 Euro
Nazaré: 3 Nächte 86 Euro
Lissabon: 5 Nächte 171 Euro

Portugal – ein Land mit Herz

In wenigen Ländern wurden wir mit mehr Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft begrüßt als in Portugal. Lieben gelernt haben wir auch die Küche: Natas, Bacalhau (Kabeljau) in allen erdenklichen Varianten und portugiesische Tapas – und sofort habe ich Hunger… In den nächsten Wochen folgen noch ausführlichere Tipps zu Porto, Coimbra, Nazaré und Lissabon.

13 Gedanken zu “Portugal: Tipps für einen Roadtrip von Porto nach Lissabon

  1. Hi Katharina,
    hach, da werden gleich tolle Erinnerungen an meinen Portugal Urlaub wach. Daher danke für den tollen Träum-Beitrag 🙂
    Viele Grüße
    Imke

  2. Hallo und besten Dank für den genialen Bericht! Ich habe nicht gedacht, dass die Unterkunft so preiswert ist. Eigentlich ist es zu schade, dass ich noch nicht in Portugal war! Das muss ich ändern!

    Liebe Grüße,
    Alex.

  3. Huhu! Einen Roadtrip in Portugal hatte ich auch schonmal… 2010! Wir waren allerdings nur im Süden an der Algarve unterwegs. Deine Tipps sind super, weiter so! LG Anke

  4. Ein Roadtrip in Portugal ist eine tolle Idee. Hätte ich auch drauf kommen können. Deine tollen Bilder machen echt Lust darauf. In meine Urlaubsplanung für die nächsten Jahre ist Portugal jetzt aufgenommen.
    LG
    Ina

  5. Wie genial sind denn bitte die Umhänge der Studenten in Coimbra?!
    Portugal steht schon ewig auf meiner Reise Bucket List und dein Bericht macht jetzt echt noch mehr Lust darauf. Ich hatte auch hauptsächlich immer Porto und Lissabon im Hinterkopf, da wäre so ein Roadtrip natürlich perfekt. Danke für die Tipps!
    Liebe Grüße,
    Jessi

  6. Liebe Katharina,
    mir geht es wie dir: bis heute habe ich Portugal nicht wirklich auf meinem Reiseradar – mit Ausnahme von Lissabon natürlich. Wie fatal das ist, zeigen deine beeindruckenden Bilder und deine wunderbaren Schilderungen eures Portotrips. Er macht auf jeden Fall Lust auf mehr und hat mich dazu gebracht, mal wieder ein paar Stationen mehr auf meine Reiseliste zu setzen. Danke dafür. 😉

    Viele liebe Grüße
    Kathi

  7. Wir waren Anfang November an der Costa Vicentina 8 Tage wandern. Auf der Rota Vicentina. Herrlich und schön leer zu dieser Jahreszeit.

    Anschließend waren wir für 2 Tage in Lissabon. Sieht schön, ist mir persönlich aber zuviel touristischer Trubel. 50m Schlange an der Tram 28 Endhaltestelle. Bei den Törtchen haben sie auch lange angestanden und alle haben schön posiert, Selfies mit den Pastelaria Tüten gemacht.

    Entweder benötigt man einen Einheimischen als Führer oder zu den Zeiten gehen, wenn die normalen Touristen noch schlafen…

    LG Mario

  8. Hallo Katharina,
    bisher habe ich „nur“ die Algarve entdecken können, möchte aber unbedingt bald mal noch mehr von Portugal sehen. Da gibt die Beschreibung Deines Roadtrips auf jeden Fall wertvolle Anhaltspunkte!
    Viele Grüße,
    Marion

  9. Liebe Katharina,

    In Coimbra und Lissabon war ich auch schon. Deine Fotos haben mich an meine Aufenthalte dort erinnert 🙂 Danke dir! Porto hatte ich irgendwie nie so richtig auf dem Schirm, aber wie du das so erzählst (mir war nicht bewusst, dass die Stadt zum UNESCO Welterbe gehört!), muss ich das wohl ändern 😀 Und Nazaré kannte ich gar nicht. Aber ganz generell: Ich liebe Roadtrips und könnte mir so einen auch sehr gut vorstellen!

    Danke und liebe Grüße,
    Barbara

  10. Hallo Katharina,

    Tolle Tipps zu Portugal. Wir überwintern z.Z. an der Algarve wenn wir dann zum Sommer hin die Rückreise antreten werden wir auch mal die Nordlichen Tipps von Portugal ansteuern wie Nazaré .

    Sonnige Grüße

    Max

    1. Hallo Max,
      freut mich, dass euch die Tipps gefallen! An die Algarve will ich auch unbedingt noch – da werde ich dann sicher bei euch die eine oder andere Anregung finden!
      Viele Grüße
      Katharina

  11. Was für eine tolle Tour, Katharina! Bei meinem nächsten Trip nach Portugal möchte ich auch unbedingt in die Gegend fahren. Eigentlich steht das schon lange auf meiner Liste, vor allem aber ein Besuch in Nazaré in der Nebensaison. Diese Monsterwellen will ich mal mit meinen eigenen Augen sehen. 😀

    Lieben Gruß,
    Elisa

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