Namibia Tipps Roadtrip

Namibia – Tipps für Deinen Roadtrip

Die unendlichen Weiten Afrikas mit dem Mietwagen auf eigene Faust entdecken? Namibia ist die perfekte Wahl! In diesem Artikel habe ich für Dich die wichtigsten Tipps und Vorabinformationen für einen unvergesslichen Roadtrip zusammengefasst.

Unsere Route durch Namibia

Namibia ist doppelt so groß wie Deutschland, hat aber gerade einmal 2,3 Millionen Einwohner. Ein Traumland mit endlosen Weiten, grandiosen Landschaften, einer einmaligen Tierwelt sowie voller Kontraste und Farben. Und dank seiner guten Infrastruktur das optimale Ziel für Reisende, die das Lenkrad gerne selbst in die Hand nehmen. Um seine Zeit sicher und unbeschwert zu genießen, ist eine gute Planung allerdings das A und O. Eine wichtige Frage: Wo soll der Schwerpunkt meiner Reise liegen?

Wir entscheiden uns für eine klassische Rundtour mit dem Fish River Canyon als südlichstem und dem Etosha Nationalpark als nördlichstem Punkt und damit für eine Kombination aus Wüste, Landschaft, Geschichte, Meer und Tierwelt. Den hohen Norden – Kaokoveld, Owamboland, Kavango und Caprivi – müssen wir aus Zeitgründen leider streichen. Nach 22 Tagen Roadtrip stehen so exakt 4.826 Kilometer auf dem Tacho unseres 4×4.

Tag 1: Windhoek

Willkommen in der Hauptstadt Namibias – und willkommen in Afrika? Nicht wirklich, denn auf den ersten Blick ist Windhoek mehr europäische Kleinstadt als afrikanische Metropole: Wir begeben uns auf die Spuren der deutschen Kolonialzeit und erkunden die Kirchen, Parks, Denkmäler und Museen Windhoeks bei einem Spaziergang. Aber Achtung: Samstags schließen die meisten Geschäfte gegen 13 Uhr und danach werden die Bürgersteige für den Rest des Wochenendes hochgeklappt.

Windhoek Namibia
Christuskirche und Independence Memorial Museum.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 1 Tag
  • Unterkunft: Hotel Uhland
  • Tageskilometer: ca. 50
Tipp
Um sich für seinen Roadtrip mit Essen, Getränken und anderen Kleinigkeiten einzudecken, ist der SUPERSPAR Maerua eine gute Adresse.

Tag 2: Kalahari

Zeit für einen ersten Game Drive: Die Kalahari Anib Lodge liegt ca. 30 Kilometer nordöstlich von Mariental in den roten Dünen der Kalahari – der größten zusammenhängenden Sandfläche der Erde. Bei einer Sundowner-Tour kreuzen Springböcke, Orxy-Antilopen, Kudus, Strauße und Giraffen unseren Weg und lassen uns in Afrika ankommen. Und wir lernen, dass zu einem Sonnenuntergang in Namibia Gin Tonic gehört.

Sundowner im Gondwana Kalahari Park.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 1 Tag
  • Unterkunft: Kalahari Anib Campsite
  • Tageskilometer: ca. 300
  • Fotostopp: Tropic of Capricorn

Tag 3: Köcherbaumwald

Weiter geht es nach Keetmanshoop und zu einem echten Überlebenskünstler: Köcherbäume haben sich der lebensfeindlichen Wüste perfekt angepasst und überstehen so auch lange Trockenperioden. Im Mesosaurus Fossil Camp erwarten uns mehr als 5.000 dieser beeindruckenden Pflanzen – und eine spannende Fossilientour, die uns fast 300 Millionen Jahre in der Zeit zurückführt.

Köcherbäume Namibia
Sonnenuntergang im Mesosaurus Fossil Camp.

Tag 4: Fish River Canyon

61 Kilometer lang, bis zu 27 Kilometer breit und bis zu 549 Meter tief: Der Fish River Canyon im Süden Namibias ist der zweitgrößte Canyon der Welt. Mehrere Aussichtspunkte am Rand des Canyons eröffnen uns einen beeindruckenden Blick auf den sogenannten „Höllenbogen“.

Fish River Canyon Namibia
Nur der Grand Canyon ist größer als der Fish River Canyon.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 1 Tag
  • Unterkunft: Canyon Road Campsite
  • Tageskilometer: ca. 230
  • Zwischenstopp: Seeheim
Tipp
In den Wintermonaten von Mai bis August werden geführte Canyon-Wanderungen angeboten, die allerdings eine gute Fitness voraussetzen (ärztliches Attest erforderlich).

Tag 5 +6: Lüderitz

Unser nächster Stopp führt uns an die raue Atlantikküste und an einen geschichtsträchtigen Ort: Lüderitz, die erste deutsche Stadt in Südwestafrika. Früher Diamantenstadt steht sie jetzt vor allem für Nostalgie, weißen Sand und scharfen Wind. Unser Highlight: Der verlassene Geisterstadt Kolmanskuppe, die 15 Kilometer vor Lüderitz liegt. In dieser unwirtlichen Gegend lebten einst bis zu 300 deutsche Familien, heute holt sich der Sand die Häuser Körnchen für Körnchen zurück.

Diamantenstadt Kolmanskuppe Namibia
Eine Stadt versinkt im Sand: Kolmanskuppe.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 2 Tage
  • Unterkunft: Kairos Cottage
  • Tageskilometer: ca. 400
  • Kilometer vor Ort: ca. 120
  • Zwischenstopp: Gharub
Tipp
Vor Lüderitz beginnt die Wüste und es kommt immer wieder zu Sandverwehungen. Es empfiehlt sich, vorsichtig zu fahren und bei stärkeren Stürmen anzuhalten. Andernfalls riskiert man Schäden am Auto durch Flugsand.

Tag 7: Tirasberge

Die D 707 zwischen Neisip und Spes Bona gilt zurecht als eine der schönsten Strecken Namibias: Auf der einen Seite die farbenprächtigen Tirasberge, auf der anderen Seite die Dünen der Namib. Wir genießen die Weite der einsamen Landschaft und legen zahlreiche Fotostopps ein. Unser Ziel: Das Namtib Biosphärenreservat, in dem wir eine Nacht in völliger Abgeschiedenheit verbringen.

Namib Wüste Namibia
Die D 707 führt entlang farbenprächtiger Berge.

Tag 8: Sossusvlei

Ohne Frage eines der Highlights unserer Reise: Namibias rote Dünen im Namib-Naukluft-Park. Wir wagen uns mit unserem 4×4 in den Tiefsand und erkunden das Dead Vlei, genießen den Sonnenuntergang auf der Elim Düne, kämpfen uns zum Sonnenaufgang auf die Düne 45 und durchwandern den Sesriem Canyon. Wusstet ihr übrigens, dass für die rote Farbe Rost verantwortlich ist? Er umhüllt die Sandkörner und bringt die Wüste zum Leuchten.

Sossusvlei Namibia
Die Sonne geht auf und die Dünen beginnen zu strahlen.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 1 Tag
  • Unterkunft: Sesriem Campsite
  • Tageskilometer: ca. 300
  • Kilometer vor Ort: ca. 130
Tipp
Wer den Sonnenaufgang im Sossusvlei erleben möchte, muss innerhalb des Parks übernachten: entweder auf dem Sesriem Campsite oder in der Sossus Dune Lodge. Eine Reservierung im Voraus ist dabei unerlässlich.

Tag 9-11: Swakopmund

Es geht zurück an den Atlantik. Swakopmund begrüßt uns mit tollen Strandcafés, interessanten Shops und einem milden Klima. Eine surreale Mischung aus englischem Strandbad und deutscher Architektur – nur eben mitten in Afrika.

Namibia Swakopmund
Swakopmund liegt direkt am Atlantik.

Die angebotenen Aktivitäten sind vielfältig: Wir entscheiden uns für eine Little Five Tour und lernen Namibias kleine Wüstenbewohner kennten, machen einen Abstecher ins benachbarte Walvis Bay und stürzen uns beim Skydiving aus dem Flugzeug.

Little Five Tour Swakopmund Namibia
Der Namibgecko bzw. Palmato Gecko kommt nur in der Namib vor.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 3 Tage
  • Unterkunft: Sea Breeze Guesthouse
  • Tageskilometer: ca. 350
  • Kilometer vor Ort: ca. 160
  • Zwischenstopp: Solitaire

Tag 12: Spitzkoppe

Den schönsten Sonnenuntergang unserer Reise erleben wir an der Spitzkoppe. Das Felsmassiv aus Granitgestein gehört zur Erongo-Bergregion und ist auch als „Matterhorn Namibias“ bekannt. Die bizarren Gesteinsformationen laden zu kleinen Kletterpartien ein, größere Wanderungen sind nur mit einem Guide möglich. Mit ihm gelangt man auch ins „Bushman’s Paradise“ mit seinen jahrtausendealten Felsmalereien.

Spitzkoppe Namibia
Schöner geht es kaum: Sonnenuntergang an der Spitzkoppe.

Tag 13: Vingerklip

Unser nächster Stopp ist das Ugab-Tal mit seinen Tafelbergen und Plateaus. Die berühmteste Felsformation – die Vingerklip – ragt wir ein gewaltiger Finger in die Landschaft: 35 Meter hoch und 929 Meter über dem Meeresspiegel. Wir gönnen uns eine Nacht in der Vingerklip Lodge am Fuße der Tafelberge und genießen unser Abendessen im Eagles Nest Restaurant. Spektakulärer als auf dem Gipfel der Tafelberge kann man kaum dinieren.

Vingerklip Namibia
Vingerklip – monumentaler Felsenfinger im Damaraland.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 1 Tag
  • Unterkunft: Vingerklip Lodge
  • Tageskilometer: ca. 330

Tag 14 + 15: Grootberg

Weiter geht es durch die Berge und Ebenen des Damaralandes. Wir stoppen in Twyfelfontein und entdecken die prähistorischen Felsgravuren, die seit 2007 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen.

NamibiaTwyfelfontein
Prähistorische Felsgravuren in Twyfelfontein.

Danach machen wir uns auf den Weg nach Grootberg, genauer gesagt, auf den Hoada Campsite. Und hier legen wir einfach mal einen Tag die Füße hoch und beobachten Geckos und Siedleragamen.

Gecko Hoada Campsite Grootberg
Siedleragame in perfekter Pose.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 2 Tage
  • Unterkunft: Hoada Campsite
  • Tageskilometer: ca. 230
  • Zwischenstopp: Twyfelfontein

Tag 16- 19: Etosha

Der Nationalpark Etosha im Norden Namibias zählt zu den bedeutendsten Wildreservaten Afrikas und ist perfekt für eine Selbstfahrer-Safari. Wir durchqueren ihn einmal komplett von Westen nach Osten.

Namibia Etosha
Faszinierende Tierwelt im Etosha Nationalpark.

Neben unzähligen Giraffen, Gnus, Impalas, Kudus, Oryx, Springböcken, Straußen und Zebras ist unser Highlight eine große Elefantenherde, die das Wasserloch im Handumdrehen in ein Planschbecken verwandelt.

Etosha Namibia
Badespaß am Wasserloch.
Tipp
Unterkünfte und Campsites direkt im Etosha sollten sehr frühzeitig beim Namibia Wildlife Resorts gebucht werden.

Tag 20: Waterberg

Auf dem Weg zum Waterberg besuchen wir den Cheetah Conservation Fund: Die Organisation hat sich dem Schutz der Geparden verschrieben und versucht mit ihrer Arbeit zwischen Mensch und Tier zu vermitteln. Ein einmaliges Erlebnis, diese wunderbaren Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.

Namibia Cheetah Conservation Fund
Cheetah Conservation Fund – Waisenhaus für wilde Tiere.

Am Waterberg selbst kommen wir dann leider viel später als geplant an und haben keine Zeit mehr den Waterberg Plateau Park zu erkunden – und haben dann doch noch riesiges Glück: Plötzlich stehen am Straßenrand zwei Nashörner vor uns. Die einzigen auf unserer gesamten Reise.

Waterberg Nashorn Namibia
Leider sind Nashörner auch in Namibia ein eher seltener Anblick.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 1 Tag
  • Unterkünfte: Waterberg Plateau Campsite
  • Tageskilometer: ca. 400
  • Zwischenstopp: Cheetah Conservation Fund

Tag 21 +22: Windhoek

Unsere letzte Nacht sowie den darauffolgenden Tag verbringen wir wieder in Windhoek. Da der Flug von Air Namibia erst abends geht, gönnen wir uns ein Tageszimmer in der Ondekaremba Lodge, die praktischerweise direkt neben dem Flughafen liegt.

Ondekaremba Namibia
Unsere Lieblingsbeschäftigung auf Ondekaremba: Borstenhörnchen beobachten.
  • Unsere Aufenthaltsdauer: 1 Tag
  • Unterkünfte: Ondekaremba Lodge
  • Tageskilometer: ca. 330

Reisezeit für Namibia

Namibia lässt sich das ganze Jahr bereisen. Grob lassen sich die Reisezeiten folgendermaßen einteilen:

Trockenzeit: Juni bis Oktober
Zwischensaison: November
Regenzeit: Dezember bis März
Zwischensaison: April und Mai
Tipp
Ratsam ist, bei der Reiseplanung die namibischen und südafrikanischen Hauptferienzeiten im Auge zu behalten. Diese liegen zwischen Anfang Dezember und Mitte Januar sowie zwischen Ende April und Ende Mai. Gerade auf Campingplätzen und an der Küste kann es hier zu Engpässen kommen.

Reiseführer für Namibia

Einen guten Überblick bieten diese beiden Reiseführer:

Zusätzlich möchte ich euch die folgenden Reiseblogs ans Herz legen – hier finden sich viele interessante Tipps rund um Namibia:

Darüber hinaus lohnt sich auch ein Blick in das Namibia-Forum.

Visum für Namibia

Bei der Einreise nach Namibia wird deutschen Staatsbürgern ein kostenfreies Touristenvisum von bis zu 90 Tagen erteilt. Einzige Voraussetzungen sind, dass der Reisepass noch sechs Monate Gültigkeit ist und mindestens zwei freie Seiten besitzt.

Besondere Regelungen gelten bei der Ein-/Ausreise mit Kindern. Hier wird die Sorgerechtslage gründlich überprüft – wir haben das am Nebenschalter live miterlebt. Personen unter 18 Jahren müssen neben dem Reisepass eine internationale Geburtsurkunde bzw. beglaubigte englische Übersetzung vorweisen. Reisen sie mit nur einem Elternteil ist zusätzlich eine vom abwesenden Erziehungsberechtigten unterschriebene Einverständniserklärung in englischer Sprache mitzuführen. Alternativ ein Sorgerechtsurteil oder eine Sterbeurkunde.

Tipp
Ausführliche und aktuelle Reisehinweise finden sich auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Flüge nach Namibia

Die Zuverlässigkeit und Qualität von Air Namibia wird durchaus kontrovers diskutiert. Wir persönlich waren mit dem Service absolut zufrieden und fanden die Nachtflüge sehr praktisch. Eine Alternative für einen Direktflug ist Condor, allerdings kooperieren die beiden Gesellschaften, d.h. im Zweifelsfall sitzt man am Ende sowieso in der gleichen Maschine. Seit Juli 2017 bietet zusätzlich Eurowings Direktflüge von Köln-Bonn aus an.

Direktflüge
Über Johannesburg
Über Doha
Über Addis Ababa

Unterkünfte in Namibia

Namibia ist kein günstiges Reiseland und das schlägt sich auch in den Übernachtungspreisen nieder. Unsere Durchschnittskosten für zwei Personen sahen pro Nacht folgendermaßen aus:

  • Campingplatz: 26 Euro
  • Hotel/Guesthouse: 69 Euro
  • Lodge: 170 Euro (inkl. Abendessen)

Übrigens, auch wenn man kein Camping-Fan ist, kann ich dieses Erlebnis in Namibia nur jedem ans Herz legen. Camping unter dem Sternenhimmel Afrikas: einfach magisch!

Camping Namibia
Camping an der Spitzkoppe.
Tipp
Auf der Suche nach Campingplätzen empfehle ich euch den kostenlosen Camping-Führer von Thomas Richter. Hier sind die Campsites nach Regionen gegliedert aufgeführt – inkl. einer kurzen Bewertung.

Wir haben unsere Buchungen jeweils direkt bei den Unterkünften vorgenommen. Wem das zu aufwändig ist, dem empfehle ich, sich an eine spezialisierte bzw. ortsansässige Reiseagentur zu wenden. Die Kosten sind dabei kaum höher als bei einer Selbstbuchung.

Hier schließt sich auch gleich eine heißdiskutierte Frage an: Vorbuchen oder nicht? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass wir Anfang Dezember auch ohne Reservierungen untergekommen wären – über Weihnachten wäre das aber zum Problem geworden. Eng wird es definitiv in der Hauptreisezeit im August, September und Oktober. Lange im Voraus ausgebucht sind in der Regel die Unterkünfte in den Nationalparks (Sossusvlei und Etosha).

Mietwagen & Verkehr in Namibia

Ist man nicht mit Dachzelt und damit automatisch mit 4X4 unterwegs, stellt sich die Frage: normaler PKW oder Allrad? An dieser Stelle scheiden sich die Geister. Wer in Lodges übernachtet, außerhalb der Regenzeit unterwegs ist und seine Route und Fahrweise entsprechend anpasst, der kommt vermutlich auch mit einem normalen PKW zurecht (hier geht es zu einem Erfahrungsbericht). Persönlich würde ich dann aber zumindest zu einem SUV mit mehr Bodenfreiheit tendieren. Mehr Spaß, Komfort und Flexibilität verspricht allerdings ein Allrad-Fahrzeug.

Aktuell sind 4×4 (mit Dachzelt) stark nachgefragt und es kommt vor allem in der Hauptsaison zu Engpässen. Es empfiehlt sich daher eine rechtzeitige Buchung. Außerdem macht es Sinn, verschiedene Angebote anzufordern und sie hinsichtlich Preis, Leistung und Ausstattung zu vergleichen.

Tipp
Neben einer umfangreichen Campingausstattung waren uns vor allem folgende Punkte wichtig:

  • Doppeltank
  • Zwei-Wege-Batteriesystem
  • Zwei Ersatzreifen
  • Kompressor
  • Automatikschaltung

Wir haben unseren 4×4 letztendlich bei Safari Car Rental gebucht und können das Unternehmen absolut weiterempfehlen: moderne Autos mit Top-Ausstattung, detaillierte Einweisung und bei Rückfragen jederzeit unkompliziert erreichbar. Mehrere Mitarbeiter sprechen hier übrigens auch Deutsch.

Perfekt ausgestattet – hier im Mesosaurus Fossil Camp.
Weitere Autovermieter

Führerschein

Ein Internationaler Führerschein ist nicht vorgeschrieben, wird jedoch von vielen Mietwagenfirmen verlangt. Bei Polizeikontrollen mussten wir ihn nicht vorlegen. Empfehlenswert ist, ihn dennoch mitzuführen.

Tanken

In Namibia ist ein Tankwart üblich. Er übernimmt das Tanken und reinigt gegebenenfalls die Fensterscheiben. Auf Nachfrage kontrolliert er auch den Öl- und Wasserstand oder den Reifendruck. Als „Lohn“ sollten man immer ein paar Münzen parat haben – je nach Service zwischen 2 und 5 Namibia Dollar.

Wir konnten an allen Tankstellen mit Kreditkarte bezahlen. Dabei haben wir darauf geachtet, die Karte nicht aus der Hand zu geben und haben den Tankwart zum Zahlterminal begleitet.

Navigation

Straßen, Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte sind in Namibia über weite Strecken gut beschildert. Wir haben – trotz Navi von Garmin im Auto – in erster Linie mit den Karten unseres Iwanowski-Reiseführers und den Offline-Karten von Google Maps navigiert.

Tipp
Wer Distanzen und Reisezeiten im Vorfeld detailliert planen möchte, dem sei die Straßenkarte von Tracks4Africa empfohlen.

On the road

Das Straßennetz in Namibia ist gut ausgebaut: Rund 5.000 Kilometer Teer- und 40.000 Kilometer Schotter- und Sandstraßen machen das Autofahren trotz Linksverkehr sehr entspannt. Vorausgesetzt, man passt seine Fahrweise den lokalen Gegebenheiten an. Dazu gehört, die Entfernungen nicht zu unterschätzen (max. 300 bis 400 Kilometer pro Tag) und den ungewohnten Bodenbelag zu berücksichtigen. Vor allem auf Schotterstraßen ist die Unfallgefahr hoch, hier sollte die Geschwindigkeit 60 bis 80 km/h keinesfalls überschreiten. Nachtfahrten sind komplett zu vermeiden. Eine weitere große Gefahr stellen die Überholmanöver der lokalen Autofahrer sowie plötzlich auftauchende Tiere dar.

  • Asphalt: 2,0 bar
  • Schotter/Gravel: 1,8 bar
  • Sand: 1,2 bar

Geld in Namibia

Währung in Namibia ist der Namibia Dollar (NAD). Ebenfalls als Zahlungsmittel akzeptiert wird der Südafrikanische Rand (ZAR). Die beiden Währungen sind dabei im Verhältnis 1:1 aneinander gekoppelt. Es ist nicht notwendig, bereits in Deutschland Geld zu tauschen. Am Flughafen gibt es sowohl Wechselstuben als auch Geldautomaten. Weitere Automaten findet man z.B. in größeren Städten, in Einkaufszentren sowie an Tankstellen. Oft kann man darüber hinaus mit Kreditkarte bezahlen. Gerade in abgelegeneren Regionen ist es aber sinnvoll, eine Bargeldreserve mitzuführen.

Telefon/Internet

Der größte Mobilfunkanbieter ist MTC. Wir haben uns direkt im Flughafenshop eine Prepaid-SIM-Karte gekauft, die dort auch eingesetzt und aktiviert wurde. Mit dem Tarif AwehGig hatten wir für 40 Namibia Dollar pro Woche 100 Freiminuten für Inlandsgespräche, 1 GB Datenvolumen sowie 500 MB Social Media Data für WhatsApp inklusive. Die Netzabdeckung war in den Städten gut, in entlegeneren Regionen schwankend – für uns aber ausreichend. Wer auf Nummer sich gehen möchte, sollte bei seinem Autovermieter ein Satellitentelefon anfragen. Manche Unterkünfte stellen ein WLAN zur Verfügung, das in den meisten Fällen aber eher schlecht als recht funktioniert hat.

Ist Namibia sicher?

Namibia zählt zu den sichersten Ländern Afrikas und wir haben auf unserer Reise keine negativen Erfahrungen gemacht. Trotzdem sollte man nie vergessen, dass die Schere zwischen Arm und Reich sehr groß ist. Aus diesem Grund sollte man darauf verzichten, seinen „Reichtum“ (Schmuck etc.) offensiv zur Schau zu stellen. Dazu gehört auch, keine Gegenstände sichtbar im Auto aufzubewahren. Apropos Auto, parkt man sein Auto in Städten oder vor Supermärkten etc. wird man in der Regel von einem „Parkwächter“ angesprochen, der anbietet, auf das Auto aufzupassen. Dafür erwartet er vor der Abfahrt ein kleines Trinkgeld – je nach Parkdauer sind 2 bis 5 Namibia Dollar üblich.

Medizinische Versorgung in Namibia

Eine medizinische Versorgung auf europäischem Niveau ist in Windhoek und Swakopmund gewährleistet. Eine aktuelle Liste mit Ärzten und medizinischen Institutionen in Namibia stellt u.a. die Deutsche Botschaft in Windhoek zur Verfügung. Wir persönlich mussten auf unserer Reise gleich zwei Mal einen Arzt in Anspruch nehmen: einen Zahnarzt in Swakopmund und einmal erfolgte die Diagnose (Nierenstein) und Betreuung sogar per Telefon. Hierbei stellten wir fest, dass abgelegene Lodges in der Regel über eine umfangreiche Notapotheke verfügen. In beiden Fällen fühlten wir uns in guten Händen und konnte die Reise wie geplant fortsetzen. Empfehlenswert ist in jedem Fall eine Auslandskrankenversicherung.

Für Namibia sind keine Impfungen vorgeschrieben, es sei denn, ihr reist aus einem Gelbfieberland ein. Windhoek, die Küste und der Süden Namibias gelten als malariafrei. Im Norden besteht ein mittleres bzw. hohes Malaria-Risiko. Das Thema Impfen sollte immer mit einem spezialisierten Arzt oder einem Tropeninstitut individuell besprochen werden. Erste Informationen finden sich z.B. auf www.tropeninstitut.de.

Packliste für Namibia

An dieser Stelle folgt keine detaillierte Packliste, sondern fünf Tipps für praktische Reisebegleiter:

Reisetasche bzw. Duffle Bag
Wüstenstiefel
Reisestecker
Powerbank
Schwarzlicht-/UV-Taschenlampe
Glown in the dark…

Habt ihr weitere Fragen zu einem Namibia-Roadtrip? Dann freue ich mich auf eine Nachricht von euch!

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14 Gedanken zu “Namibia – Tipps für Deinen Roadtrip

  1. Hi Katharina! Danke für den super hilfreichen Artikel 😀! Das meiste haben wir für unseren Roadtrip im April natürlich schon organisiert (wir sind z.b. auch auf der Hoada Campsite), aber einige gute Tipps können wir noch mitnehmen! Die Vorfreude ist jedenfalls riesig!! Liebe Grüße Lisa

    1. Hallo Lisa,
      der Hoada Campsite ist wirklich sehr schön! Wir haben dort einfach mal gemütlich die Füße hochgelegt. Das ist auch alles super weitläufig – wir dachten wir wären quasi alleine auf dem Platz. Dabei waren sie ausgebucht… 😉
      LG
      Katharina

  2. Liebe Katharina, danke für diesen unglaublich detaillierten Beitrag – er ist sicher eine super Hilfestellung für alle, die gerade planen und selbst für mich, die noch nie über Namibia nachgedacht hat, hat sich das Lesen ausgezahlt! 🙂 Jetzt muss ich Namibia glatt auf meine Bucket List schreiben, hehe …

    LG Miriam
    http://www.enemenemimi.com

    1. Hallo Miriam,
      ja, die immer länger werdende Bucket List… 😉 Kenne das. Es gibt einfach zu viele schöne Ecken auf dieser Welt.
      LG
      Katharina

  3. Hallo Katharina,

    ein wirklich sehr informativer Artikel. Da ich aber die genauen Tipps gar nicht brauche, weil ich, zumindest in diesem Jahr, nicht nach Namibia reisen werde, dachte ich zuerst, der Artikel sei nix für mich. Weit gefehlt! Eure Beschreibungen und Bilder machen sehr, sehr große Lust auf eine Namibia Reise. Falls es dann doch vielleicht übernächstes Jahr dazukommen sollte, weiß ich ja, wo ich mir die Infos holen kann. PS: Euer Titelbild hatte mich auf den Blogpost gelockt – bin vom Sternzeichen Steinbock 😉
    Liebe Grüße,
    Sandra (von A decent cup of tea und Tracks & the City)

    1. Hallo Sandra,
      damit wäre das Ziel ja erreicht 🙂 Namibia ist wirklich ein traumhaftes Land. Dafür bekomme ich bei Deinen Beiträgen immer Lust sofort einen Flug auf die Insel zu buchen…
      LG
      Katharina

    1. Hallo ihr beiden,
      da kann man direkt neidisch werden! Zwei Monate klingen einfach traumhaft. Irgendwann würde ich auch gerne noch den Norden Namibias mitnehmen, kombiniert mit Botswana. Bin sehr auf eure Berichte gespannt. Euch eine wunderschöne Zeit!
      LG
      Katharina

  4. Sehr schöner Bericht! Ich selbst war während meiner Backpacking Reise auf in Namibia, leider aber viel zu kurz, weil mich die Zeit schon ausging. Ich war somit bloss in Windhoek und in Walvisbay. Fand das Land aber absolut faszinierend! Und mit einem Mitwagen ist das Ganze bestimmt noch einmal um einiges spannender. Ich war in Namibia viel per Autostopp unterwegs, was aber eine ziemliche Herausforderung war *lach*

    Ganz liebe Grüße,
    Michaela

  5. Hallo Katharina,
    das ist der übersichtlichste Road-Trip Beitrag, den ich je gelesen habe! Besonders da ich selbst nie nach SA reisen werde, gefallen mir solche Artikel gut. Dann kann ich zumindest im Kopf dabei sein. Super süß finde ich die Bilder von Gecko und Agame! Ich liebe solche Tiere! Auf den Malediven ist mir mal eine kleiner Gecko über die Hand gekrabbelt, nachdem wir uns stundenlang aneinander gewöhnt hatten. Das war eine einmalige Erfahrung – aber dort hat man auch Zeit für so was 🙂
    Liebe Grüße
    Elena

  6. Hey Katherina,

    vielen Dank für den wunderbaren Bericht. Unsere Reise steht bald bevor und wir können es kaum erwarten :).

    War der Kompressor für den Reifendruck beim Auto mit dabei, habt ihr den mitgenommen oder einen vor Ort gekauft? Danke für ein kurzes Feedback hierzu.

    Beste Grüße
    Felix

    1. Hallo Felix,

      bei uns war der Kompressor beim Auto dabei. Ich vermute, das hängt aber vom Vermieter ab. Wenn die Strecke nicht so weit ist, kann man auch mal mit zu niedrigem Druck fahren (z.B. Wechsel von Gravel auf Teer) und an der nächsten Tankstelle den Druck wieder anpassen. Gefährlich ist in erster Linie zu hoher Druck – dann drohen geplatzte Reifen bzw. bleibt man in Sand stecken.

      Ich wünsche euch eine wunderschöne Zeit in Namibia 🙂

      Viele Grüße
      Katharina

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